Rotkehlanolis

Anolis carolinensis (VOIGT, 1832)

 

Das Epitheton “carolinensis” bezieht sich auf den Ursprungsort in den Karolinen. Die Unterartbezeichnung “seminolus” bezieht sich auf die amerikanischen Ureinwohner, die Seminolen.

engl.:
Anolis c. carolinensis: Northern Green Anole
Anolis c. seminolus: Southern Green Anole

 

Schutzstatus

Kein Schutzstatus.

Preiskategorie

Niedrig. Auf Börsen habe ich die Tiere schon für 5-6 Euro gesehen.

Schwierigkeitsgrad

Gering. Der Rotkehlanolis gehört zu den “Anfängertieren”.

 

Beschreibung

Der Rotkehlanolis ist wahrscheinlich der bekannteste Vertreter der Gattung Anolis und mit Sicherheit eine der bekanntesten Echsen in der Terraristik überhaupt. Leider werden die Tiere mittlerweile so häufig und günstig angeboten, dass man Nachzuchten kaum mehr vermitteln kann.

Typischerweise bewohnen Rotkehlanolis Büsche und Sträucher, sie kommen aber als Kulturfolger auch in Häusern und Gärten vor. Die Tiere leben in kleinen Kolonien.

Anolis carolinensis ist eine sehr schöne und interessante Echse, die sich innerhalb von Sekunden von grün in braun umfärben kann, was ihr den Namen amerikanisches Chamäleon eingebracht hat. Auf dem Rücken findet man einen weißen, gezackten Streifen, der besonders bei weiblichen Tieren ausgeprägt ist. Der Kehlfächer ist rosa bis weinrot gefärbt. Rotkehlanolis können eine Körperlänge von 22 cm bei einer Kopf-Rumpf-Länge von 7 cm erreichen.

Geschlechtsunterschiede

Männchen sind normalerweise größer und haben einen mächtigeren Kopf. Der Kehlfächer ist stärker ausgebildet. Weibchen haben einen ausgeprägten Dorsalstreifen.

Verbreitung

Anolis carolinensis hat ein Verbreitungsgebiet, das sich von Texas über den Südosten der USA, Mexiko bis nach Kuba erstreckt. Es wurden auch Tiere nach Japan verschleppt (Chichizima Island, Hahazima Island, Okinawazima Island).

Unterarten

  • Anolis carolinensis carolinensis (VOIGT, 1832)
  • Anolis carolinensis seminolus VANCE, 1991

 

Haltung im Terrarium

Terrarium

HESELHAUS & SCHMIDT (1990) empfehlen für ein Männchen und zwei Weibchen 50 x 50 x 80 cm, JES (1988) empfiehlt 40 x 40 x 60 cm für die gleiche Gruppengröße.

Licht

Als innere Beleuchtung kann man je nach Größe des Terrariums Halogenbirnen oder normale Birnen verwenden. Eine Leuchtstoffröhre sorgt für zusätzliches Licht. BRUINS empfiehlt, das Terrarium im Sommer12-14 Stunden täglich und in der Winterruhe 8-10 Stunden zu beleuchten.

Temperatur

20-28°C (HESELHAUS & SCHMIDT 1990), JES (1988) empfiehlt 25-30°C tagsüber und 18-23°C nachts. ULLRICH (1997) empfiehlt 25-30 °C tagsüber und 20 °C abends. Unter einem Spot sollten lokal Temperaturen von ca. 35°C erreicht werden.

Luftfeuchtigkeit

50-80%.

Einrichtung

Da Anolis carolinensis ein Baumbewohner ist, sollte man verzweigte Äste einbringen. Als Bodengrund eignen sich Torf oder Terrarien-Humuserde. Großblättrige Pflanzen bieten Versteckmöglichkeiten und werden als Schlafplatz genutzt.

Fütterung

Verfüttert werden die typischen Futtertiere wie Grillen, Mehlwürmer, Wachsmaden, kleine Schaben, Fliegen etc. Das Wasser wird von den Blättern aufgeleckt.

Zucht

Für eine erfolgreiche Zucht empfehlen HESELHAUS & SCHMIDT (l.c.) eine zweimonatige Winterruhe bei 15-20°C. BRUINS empfiehlt eine Winterruhe von zwei Monaten bei 20-24°C. KARBE et al. (1991) nennen 3 Monate bei 18-22°C. Nach einer Tragezeit von 2-3 Wochen werden 1-2 ca. 7 mm lange Eier vergraben. Bei einer Temperatur von ca. 25°C schlüpfen die Jungen nach ca. 66 Tagen. ULLRICH (1997) empfiehlt eine Inkubationstemperatur von 25 °C. Die Jungtiere schlüpfen dann nach 2 Monaten. Sie sind beim Schlupf etwa 6 cm lang. Nach 7 Monaten können Männchen eine Körperlänge von 18 cm erreichen.

 

Literatur

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