Brachypelma boehmei
SCHMIDT & KLAAS, 1993
Beschreibung
Herr Boehme brachte 1990 Brachypelma boehmei aus Guererro in Mexiko nach Deutschland. Sie wurde erst 1993 von SCHMIDT und KLAAS beschrieben. KLAAS nennt sie – vielleicht nicht ganz objektiv – die “ohne Zweifel schönste” Brachypelma-Art. Die Tiere erreichen bis zu 8 cm Körperlänge und sind damit recht stattlich. Das Abdomen ist schwarz gefärbt, der Carapax beige bis bräunlich. Ab den Knien abwärts sind die Beine leuchtend orange und stehen in grellem Kontrast zum Rest des Körpers. Brachypelma boehmei kann leicht mit Aphonopelma bicoloratum verwechselt werden. Die Art besitzt Brennhaare, die sie auch durchaus einsetzt.
Verbreitung
Die Art ist im Süden Mexikos vom Michoacan-Gebiet über die Sierra Madre del Sur bis nach Acapulco verbreitet, u.a. auf Geröllhalden. Weibchen bauen dort bis zu 2 m tiefe Höhlengänge in Böschungen, um sich vor der sengenden Hitze zu schützen. Bei Regen lauern die Tiere vor ihren Eingängen auf die dann auflebende Insektenwelt. Bei Trockenheit legen sie mehrmonatige Ruhepausen ein.
Verhalten
Die Art erweist sich teilweise als recht aggressiv und bombardierfreudig. Sie wächst sehr langsam heran, ist aber aufgrund der spektakulären Färbung nach wie vor sehr beliebt.
Haltung im Terrarium
Terrarium
Standard für Bodenbewohner (30X30x20).
Licht
Ein 25 Watt Halogenspot im Terrarium schafft die nötige Wärme.
Temperatur
Tag 26-30° C, Nacht 18-20° C.
Luftfeuchtigkeit
65-72% Bodenfeuchtigkeit im Versteck.
Bodengrund
Als Bodengrund dient Blumenerde, die man mit Sand mischen kann. Wichtig: so gut festdrücken, dass die Tiere nicht mit den Tarsen einsinken. Das Substrat braucht nur selten befeuchtet zu werden. Dem natürlichen Habitat entsprechend benutze ich einen geröll- und lehmhaltigen Bodengrund (siehe Fotos).
Einrichtung
7-10 cm hoher Bodengrund; diesen nur zu einem Drittel feucht halten. Ein gebogenes Stück Korkrinde als Versteck. Ein Trinknapf von ca. 8 cm Durchmesser mit einem Stückchen Korkrinde.
Fütterung
Heimchen, Grillen, Zophobas, Mehlwürmer, Schaben.
Zucht
Laut KOTHE ist die Vermehrung nicht besonders schwierig. Ein Kokon enthält bis zu 800 Spiderlinge. Die leicht durchzuführende Kreuzung mit anderen Brachypelmiden wie Brachypelma emilia, Brachypelma smithi, Brachypelma vagans und Arten wie Brachypelmides klaasi zeigt die enge Verwandtschaft untereinander.
Diese Arten könnten Sie ebenfalls interessieren:
Brachypelma smithi (Rotknievogelspinne) Brachypelma emilia Avicularia versicolor Theraphosa blondi (Riesenvogelspinne)
Literatur
KLAAS, P. (2003): Vogelspinnen
KOTHE, H. W. (2003): Vogelspinnen
PETERS, H.-J. (2000): Kleiner Atlas der Vogelspinnen, Band 1
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