Crotalus
LINNAEUS, 1758
Klapperschlangen
engl.: Rattlesnakes
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Klasse
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Reptilia
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Ordnung
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Squamata
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Unterordnung
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Serpentes
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Überfamilie
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Henophidia
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Familie
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Viperidae
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Unterfamilie
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Crotalinae
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Gattung
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Crotalus
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Der Gattungsname “Crotalus” kommt vom griechischen Wort “krotalon” oder lateinisch “crotalum”, was auf deutsch so viel wie Klapper, Rassel oder Glöckchen heißt. Es bezieht sich auf die Rassel am Schwanzende dieser Schlangen.
Klapperschlangen üben ohne Zweifel eine besondere Anziehung auf den Menschen aus und sind sicherlich neben den ebenfalls spektakulären Kobras fast jedem bekannt. Ihr Verhalten, Aussehen und ihre Gefährlichkeit verleiht diesen Tieren etwas mystisches. So sind sie u.a. bei den Kulttänzen der Hopi-Indianer aus Arizona ein wichtiges Element. Auch einige christliche Sekten verwenden sie bei ihren Ritualen. Das Hauptverbreitungsgebiet dieser Gattung liegt in den USA und in Mexiko. Eine Art (Crotalus durissus) kommt jedoch auch in Südamerika vor. Klapperschlangen leben hauptsächlich in trockenen Gebieten und bevorzugen Wüsten, Busch- und Grasland sowie felsige Trockengebiete. Die Schlangen sind aufgrund der hohen Temperaturen in ihrem Lebensraum vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Klapperschlangen haben einen großen dreieckigen Kopf, der durch einen schmalen Hals deutlich vom meist plumpen Körper abgetrennt ist. Der Körper ist mit harten gekielten Schuppen bedeckt. Die Färbung und Musterung ist bei den unterschiedlichen Arten sehr variabel, doch grundsätzlich besitzen die Tiere eine Tarnfärbung, die an den Lebensraum angepasst ist. Die Farbe der Iris variiert von gelb bis silbrig-blau. Bei starkem Lichteinfall bildet die Pupille eine vertikalen Schlitz. Die größte Art ist die Östliche Diamantklapperschlange, die 240 cm lang und 4 kg schwer werden kann. Die meisten Arten werden jedoch nicht größer als 120 cm. Trotz ihres Giftes haben Klapperschlangen etliche Feinde. Ganz oben auf der Liste steht der Mensch, der diesen Tieren u.a. aufgrund des Fleisches und der Haut nachstellt. Aber auch z.T. unberechtigte Angst oder Sensationslust führen dazu, dass in alljährlichen Roundups in Nordamerika tausende von Schlangen ihr Leben verlieren. Zu den weiteren natürlichen Feinden gehören Säugetiere wie Opossums oder Dachse, aber auch andere Schlangen aus den Gattungen Lampropeltis, Masticophis, Pituophis und Coluber.
Alle Crotalus-Arten gehören zur Unterfamilie der Crotalinae (Grubenottern), deren Merkmal temperaturempfindliche Grubenorgane sind, die zwischen den Augen und den Nasenlöchern liegen. Sie dienen dazu, Beute durch ihre Wärmestrahlung zu erkennen, was ein großer Vorteil bei der Jagd in der Dunkelheit ist. Das herausstechendste und auch namensgebende Merkmal ist jedoch die Rassel am Schwanzende. Bis auf eine Art besitzen alle Vertreter dieser Gattung dieses Merkmal. Hierbei handelt es sich um hohle Hornschuppen, die mit jeder Häutung an Zahl zunehmen, da das Schwanzende nicht mitgehäutet wird. Folglich besitzen neugeborene Klapperschlangen nur ein Segment und sehr alte Tiere haben eine große Rassel mit vielen Ringen. CHISZAR et al. (1994) berichten über 38 Segmente bei einer 91 cm langen Prärie-Klapperschlange. Wird der Schwanz bewegt, stoßen die Hornschuppen aneinander, und es entsteht der typische Ton. Die Schlagfrequenz der Rassel ist abhängig von der Außentemperatur und kann bei Crotalus atrox bei 40 °C durchschnittlich 98,6 Schläge/s erreichen. Bei 10 °C liegt die Schlagfrequenz bei ca. 21,1 Schlägen/s.
Die Arten der Gattung Crotalus gehören zur Gruppe der solenglyphen Schlangen, deren Merkmal große, bewegliche Zähne im vorderen Bereich des Oberkiefers sind. Das Gift von Klapperschlangen ist sehr potent und hat eine vorwiegend hämatotoxische Wirkung. Es führt in der Regel zu einer vermehrten Blutungsneigung durch Hämolyse. An der betroffenen Extremität tritt eine starke Schwellung auf, die so extrem sein kann, dass aufgrund eines drohenden Kompartment-Syndroms eine chirurgische Spaltung vorgenommen werden muss. Durchschnittlich sterben menschliche Opfer nach 18-32 Stunden. Ob und wann man stirbt hängt von vielen Faktoren ab. Wichtig ist sicherlich der Allgemeinzustand des Gebissenen, aber auch die Menge an Gift, die injiziert wurde und die Bissstelle spielen eine entscheidende Rolle.
Die Nahrung von Klapperschlangen besteht hauptsächlich aus Nagern wie Mäusen und Ratten sowie Vögeln. Zum erweiterten Spektrum gehören aber auch Echsen, Insekten und Amphibien. Die Beute wird normalerweise gebissen und wieder losgelassen. Einige Minuten später erst wird die Duftspur der meist inzwischen verendeten Beute aufgenommen. Kleine und wehrlose Beutetiere können aber auch direkt gefressen werden.
Die Paarung findet zumeist im Frühjahr nach einer Winterruhe statt. Männchen führen sogenannte Kommentkämpfe aus, bei denen die Rassel nicht eingesetzt wird. Auch Bisse kommen nicht vor. Es handelt sich vielmehr um ritualisierte “Ringkämpfe”, bei denen die Tiere mit hoch aufgerichteten Körpern versuchen, den Gegner zu Boden zu drücken. Paarungswillige Männchen nähern sich dem Weibchen mit schnellem Züngeln und krampfartigen Körperzuckungen. Ist die Partnerin erreicht, streicht das Männchen mit der Kopfunterseite am Rücken des Weibchens entlang und rückt so näher. Ein paarungsbereites Weibchen hebt dann den Schwanz, so dass die Kopulation stattfindet, die mehrere Stunden dauern kann. Klapperschlangen sind ovovivipar, d.h., dass sie nach einer mehrmonatigen Tragezeit lebende Junge zur Welt bringen, die bei der Geburt oder kurz danach noch aus einer durchsichtigen Eihülle schlüpfen müssen.
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Arten:
A Crotalus adamanteus Crotalus aquilus Crotalus atrox
B Crotalus basiliscus Crotalus catalinensis Crotalus cerastes Crotalus cerberus
D Crotalus durissus
E Crotalus enyo Crotalus ericsmithi Crotalus exsul
H Crotalus horridus
I Crotalus intermedius
L Crotalus lannomi Crotalus lepidus
M Crotalus mitchelli Crotalus molossus
P Crotalus polystictus Crotalus pricei Crotalus pusillus
R Crotalus ravus Crotalus ruber
S Crotalus scutulatus Crotalus simus Crotalus stejnegeri Crotalus stephensi
T Crotalus tancitarensis Crotalus tigris Crotalus tortugensis Crotalus totonacus Crotalus transversus Crotalus triseriatus
U Crotalus unicolor
V Crotalus vegrandis Crotalus viridis
W Crotalus willardi
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