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Leopardgecko

Eublepharis macularius (BLYTH, 1854)

 

Das Epitheton “macularius” kommt vom lateinischen Wort macula = Fleck und bedeutet hier so viel wie gefleckt.

 

engl.: Leopardgecko, Fat-tail gecko, Spotted fat-tailed gecko

 

Schutzstatus

kein Schutzstatus

Preiskategorie

Niedrig bis hoch (je nach Farbvariante). Junge wildfarbene Leopardgeckos kriegt man im Internet schon ab ca. 20 Euro und darunter. Adulte schon ab 40 Euro. Farbvarianten können über 1000 Dollar kosten.

Schwierigkeitsgrad

Leicht bis Mittel. Man sollte immer die Möglichkeit haben die Tiere einzeln zu halten. Bei Stress hören die Tiere auf zu fressen oder würgen die Nahrung wieder aus, was schnell zum Abmagern und zum Tode führt. Einmal geschwächte Tiere sind nur schwer wieder aufzupäppeln.

 

Beschreibung

Leopardgeckos gehören wohl zu den beliebtesten und am weitseten verbreiteten Reptilien in der Terraristik. Sie werden zu den sogenannten Anfängertieren gezählt.

Leopardgeckos können je nach Unterart eine Chocolate AlbinoKörperlänge von bis zu 30 cm erreichen (Eublepharis macularius montanus). Ca. 2/5 bis 1/2 der Gesamtlänge macht der Schwanz aus, welcher gut segmentiert und bei gut genährten Tieren sehr prall ist. KHAN (2006) gibt eine durchschnittliche KRL von 120-158 mm und eine Schwanzlänge von 89-93 mm an. Der Schwanz dient den Tieren als Fettspeicher. Wie bei den meisten Echsen ist auch bei den Leopardgeckos das Weibchen normalerweise kleiner. Wildtiere haben je nach Herkunft und Unterart als Grundfarbe ein schwaches Gelb. Der Körper ist von der Schnauzen- bis zur Schwanzspitze mit dunkelbraunen bis schwarzen Flecken übersät, was dem Tier das Muster eines Leoparden verleiht. Die Körperunterseite ist weiss. Die Jungtiere dieser Art haben beim Schlupf nicht dieselbe Färbung wie die adulten Tiere. Sie sind abwechselnd gelb und schwarz gebändert. Die Jugendfärbung geht nach ca. 5-6 Monaten verloren. Bei den Leopardgeckos gibt es neben den Wildformen auch besondere Farbzüchtungen. In der Bildergalerie kann man sich von der Vielfalt überzeugen. Leopardgeckos gehören zu den Lidgeckos, d.h., sie haben echte Augenlider und können ihre Augen im Gegensatz zu vielen anderen Geckoarten schließen. Die zur Gattung Eublepharis gehörenden Geckos sind reine Bodenbewohner und haben keine Haftlamellen an den Zehen, sondern ganz normale Krallen.

Bevorzugte Habitate sind Steppengebiete mit eher steinigem und lehmigem als sandigem High YellowBoden (RÖSLER 1995; ANDERSON 1999). Eublepharis macularius kommt bis zu einer Höhe von 2500 m ü. NN vor (SZCERBAK & GOLUBEV 1996). KHAN (2006) beschreibt das natürliche Habitat als felsige Gebiete mit Buschvegetation an nördlichen und westlichen Hängen. In Pakistan bewohnen die Tiere vor allem mit Kieseln durchsetzte Felsabschnitte, dringen aber auch in angrenzende Gebiete mit lehmigem Boden und Gras- und Buschvegetation vor. Die Geckos leben gesellig in Spalten und Hohlräumen von Steinmauern. Nach KHAN bevorzugen Leopardgeckos Freiräume um wasserführende Leitungen, wo Lecks für einen feuchten Boden sorgen und Lücken im Füllmaterial um die Leitungen Versteckplätze bieten.

Geschlechtsunterschiede

Die Geschlechter lassen sich beim Leopardgecko eigentlich recht gut unterscheiden, eine Ausnahme bilden die sogenannten “heiss gezeitigten” Weibchen. Diese Weibchen ähneln sowohl in der Körperform als auch im Verhalten sehr den männlichen Tieren. Männchen haben einen massiveren Schädel und deutlich sichtbare Hemipenestaschen. Die Präanalporen sind stärker ausgeprägt als bei den Weibchen und haben eine sichtbare Öffnung.

Unterarten

Es gibt nach dem heutigen Stand fünf annerkannte Unterarten von Eublepharis macularius, die sich anhand der Zahl der Schuppen, der Färbung und Größe unterscheiden. Die bis jetzt anerkannten Unterarten sind folgende:

  • Eublepharis macularius afghanicus BÖRNER, 1976
  • Eublepharis macularius fasciolatus GÜNTHER, 1864
  • Eublepharis macularius macularius BLYTH, 1854
  • Eublepharis macularius montanus BÖRNER, 1976
  • Eublepharis macularius smithi BÖRNER, 1981


Es gibt noch weitere beschriebene Arten, die in einem engen Verwandtschaftsverhältnis zu Eublepharis macularius stehen wie z.B. Eublepharis angramainyu ANDERSON & LEVITON 1966, Eublepharis fuscus BÖRNER 1981, Eublepharis hardwickii und Eublepharis turcmenicus DAREVSKY 1977.
Die Unterarten lassen sich anhand von Anzahl, Größe und Anordnung der Schuppen an verschiedenen Körperregionen unterscheiden. Nach SZCZERBACK & GOLUBEV (1996) unterscheidet man die Arten nach folgendem Schlüssel:
1 - Subdigitallamellen glatt............................................E. angramainyu
- Subdigitallamellen mit Tuberkelschhuppen................2
2 - Tuberkelschuppen auf den Subdigitallamellen schwach gekielt,
acht oder weniger Präkloakalporen...............................E. turcmenicus
- tuberkelschuppen auf den subdigitallamellen stark gekielt,
acht oder mehr Präkloakalporen...................................E. macularius

Wer sich genauer mit diesem Thema beschäftigen will, dem sei das Buch “Leopardgeckos” von HENKEL, KNÖTHIG und SCHMIDT empfohlen.

Verbreitung

Die Gattung Eublepharis ist im asiatischen Raum sehr weit verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht von Bangladesch über Indien (Rajputana und Khandesh; KHAN, 2006), Pakistan (Provinzen Azad Kashmir, Punjab, Belutschistan und Sindh; KHAN, 2006), Afghanistan, Iran Irak, Turkmenistan und Syrien bis in die Türkei.

 

Haltung im Terrarium

Terrarium: High YellowLeopardgeckos brauchen ein Terrarium, das mehr Bodenfläche aufweist als Höhe. Nach den Anforderungen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten von 1997 soll die Terrariengröße für ein Paar Leopardgeckos 4x3x2 (LxBxH) mal die Kopf-Rumpf-Länge der jeweiligen Tiere betragen. Für jedes weitere Tier werden 15% der Grundfläche hinzu addiert. Es darf nur ein Männchen pro Terrarium gehalten werden, da sie sich untereinander nicht vertragen. Ich bin mittlerweile dazu übergegangen, die Tiere einzeln zu halten, da ich mit der Gruppenhaltung schlechte Erfahrung gemacht habe. Meiner Meinung nach sind nur wenige Tiere dazu geeignet vergesellschaftet zu werden. Weibchen sind sind schnell gestresst und verweigern die Nahrung, was allerdings mit einer anderen Grunderkrankung im Zusammenhang stehen kann (z.B. Kryptosporidien). Den Männchen macht es nichts aus, mit mehreren Weibchen gehalten zu werden. DUSCHA (2006) hält ein Männchen mit maximal drei Weibchen in Terrarien mit den Maßen 100 x 50 x 50 cm.

Licht

Leopardgeckos brauchen keine spezielle Beleuchtung, da sie sowieso nachtaktiv sind. Meiner Erfahrung nach brauchen sie gar keine Beleuchtung innerhalb des Terrariums, wenn ins Zimmer Tageslicht fällt, so dass die TiereHybino einen normalen Tag- und Nachtrhythmus haben. Eine weitere Voraussetzung ist, dass man die erforderlichen Temperaturen auf andere Weise erreicht und keine Glühbirne als Heizung benötigt.Ein Vorteil des normalen Tageslichts ist, dass man eine Tag- und Nachtsimulation hat, und die Lichtdauer passt sich automatisch den Jahreszeiten an. HENKEL et al. empfehlen im Winter eine Beleuchtungsdauer von 6-8 Std. und im Sommer von 10-12 Std. Ich beleuchte die Terrarien im Winter ca. 8 Stunden und im Sommer bis zu 13 Stunden. DUSCHA (2006) beleuchtet die Terrarien 12-14 Stunden am Tag.

Temperatur

HENKEL et al. geben für die Sommermonate anden natürlichen Habitaten eine Temperatur von 25-28°C an und weisen darauf hin, dass die Temperatur im Schlafquartier nicht wesentlich über 22°C liegen sollte. In den Herkunftsländern dieser Geckoart ist es auch nicht ungewöhnlich, daß die Temperaturen in den Sommermonaten auch über 40°C im Schatten liegen und auch in der Nacht nicht unter 28°C sinken. In den Wintermonaten liegen die Temperaturen tagsüber bei bis zu 25°C und nachts teilweise unter dem Gefrierpunkt, wobei die Temperatur in den Verstecken der Tiere bei 5-10°C liegt. KHAN (2006) erwähnt im Sommerhalbjahr auf dem Potohar-Plateau Temperaturen von 22-24 °C im März bis 40-45 °C im Juni/Juli. Während des Monsunregens fallen die Temperaturen auf 28-33 °C. Insgesamt muss bei diesen Temperaturangaben gesagt werden, dass sie je nach Fundort der Tiere stark variieren können, und deshalb nur als Anhaltspunkte angesehen werden können. ULLRICH (1997) empfiehlt 28-32 °C tagsüber und 20-22 °C nachts. DUSCHA (2006) empfiehlt 27-32 °C tagsüber und 20-25 °C nachts, wobei tagsüber lokal Temperaturen von 40 °C erreicht werden können. Zum Erwärmen der Terrarien kann man Glühbirnen oder aber auch Heizmatten und -kabel verwenden, dabei muss man darauf achten, dass die Schlafhöhlen nicht erwärmt werden.

Luftfeuchtigkeit: JES gibt eine Luftfeuchtigkeit von 50-70% an. KHAN (2006) gibt für die trockenen Sommermonate eine Luftfeuchtigkeit von 30-40 % an. In den Verstecken liegt die Luftfeuchtigkeit dann bei 40-56 %. Während Monsunregens steigt die Luftfeuchtigkeit auf Sunglow70-80 %. Die Geckos sind besonder in warmen und feuchten Nächten aktiv. Es ist wichtig, dass man den Tieren auch Plätze mit höherer Luftfeuchtigkeit anbietet. Bei zu trockener Unterbringung kommt es fast immer zu Häutungsschwierigkeiten, besonders bei den Jungtieren ist das meiner Erfahrung nach ein großes Problem und kann zum Absterben der Zehen oder der Schwanzspitze führen, wenn Hautreste verbleiben. Um solche Probleme zu umgehen, wendet man folgenden Trick an: Man nimmt eine leere Margarineverpackung mit Deckel und schneidet entweder seitlich oder in den Deckel einen kleinen Eingang, durch den die Tiere hindurchpassen. Die Dose füllt man dann ca. 2cm hoch mit Vermiculit oder Moos. Evtl. legt man auch ein Stück rauhe Rinde oder einen rauhen Stein hinein. Diese Dose stellt man dann an eine wärmere Stelle des Terrariums (z.B. auf die Heizmatte oder unterhalb der Beleuchtung), dabei muss man beachten, dass sich die Dose nicht zu sehr erwärmt (max. 30-35°C), ansonsten wird sie von den Geckos gemieden. In der Dose verdunstet nun das Wasser und die Luftfeuchtigkeit steigt enorm an, und die Tiere können sich leichter häuten. Man sollte zusätzlich jeden Abend Wasser ins Terrarium sprühen.

Einrichtung

Leopardgeckos stellen keine hohen Ansprüche an die Einrichtung. Was sie dringend benötigen sind Höhlen, in die sie sich tagsüber zurückziehen. Als Bodengrund verwendet man entweder groben Sand, den man mit Kieselsteinen mischen kann, oder man kann auch Zeitungspapier mit einer Lage Küchenpapier darüber verwenden. Man kann natürlich auch andere Bodengründe verwenden, wobei ich von feinem Sand wie z.B. Spielkastensand abrate, da besonders Jungtiere bei Verschlucken unter ernsthaften Verstopfungen leiden können. Leopardgeckos fressen meiner Meinung nach mehr vom Substrat als andere Echsen, die ich bisher gehalten habe, dabei ist es egal, auf welchem Boden sie leben. Eine Trinkschale, eine Schale mit Mineralien (z.B. zerriebene Sepiaschalen) und ggf. ein Behälter mit feuchtem Sand oder Vermiculit zur Eiablage vervollständigen die Einrichtung.

Fütterung

Bei Leopardgeckos habe ich die Erfahrung gemacht, dass jedes Tier etwas anderes mag. Einige fressen nur Mehlwürmer, andere nur Grillen (und davon auch nur Mittelmeergrillen oder Steppengrillen oder Heimchen) wieder andere fressenLeopardgecko mit Snake eye nur Wachsmaden, und andere nehmen alles. Man muss ein wenig rumprobieren, bis man die richtige Mischung gefunden hat. Es kann alles bis zur Größe von erwachsenen Heuschrecken angeboten werden. Leopardgeckos verschmähen auch kleinere Echsen nicht, deshalb dürfen keine Jungtiere mit adulten Tieren zusammengehalten werden. In der Paarungszeit kann man den Weibchen auch mal Nacktmäuse anbieten. Falls ein Tier nicht mehr frisst, wirkt eine Nacktmaus auch Wunder. Mäuse werden fast immer sofort angenommen und bald nehmen die Geckos auch wieder anderes Futter an.
Ich füttere meine Tiere nach folgendem Schema: Jungtiere werden jeden Tag gefüttert. Die adulten Geckos füttere ich mittwochs mit Mehlwürmern und/oder Wachsmaden und samstags bekommen sie Grillen und/oder Heuschrecken.

Zu Trinken gibt man den Tieren frisches Wasser, in das man auch Vitamine mischen kann. Eine Schale mit Kalk sollte nicht fehlen. Ich zerreibe Sepiaschalen und biete den Tieren das Pulver an, in das ich auch z.B. Nekton MSA oder Nekton Rep mische. Neuerdings mische ich auch Kalziumkarbonat und Kalziumlaktat unter. Die Geckos können regelmäßig dabei beobachtet werden, wie sie an dem Pulver naschen.

Zucht

Die Zucht ist recht einfach und sollte eigentlich jedem gelingen. Um eine erfolgreiche Zucht mit vielen und gesunden Tieren zu erreichen, sollte man allerdings einige Dinge beachten: Man sollte den Tieren eine Winterruhe von mindestens 2 Monaten gönnen. KHAN (2006) erwähnt, Sunglowdass die Überwinterung im Norden Pakistans von September bis März dauert. In wärmeren Teilen des Landes beginnt sie erst im November oder gar nicht. Ich schalte etwa im Oktober jegliche Wärmequellen ab und überführe die Geckos in Überwinterungsbehälter aus Kunstoff ( mit Deckel günstig bei Ikea zu kaufen ). Die Behälter werden dann in einen Raum gestellt, welcher nicht beheizt wird. Wie schon erwähnt lebe ich in einer Wohnung mit Ofenheizung, und so wird es von Tag zu Tag immer etwas kühler. 1-2 Wochen bevor man die Wärmequellen ausschaltet, sollte man die Fütterung einstellen, da die Geckos unbedingt mit leerem Magen und Darm überwintern müssen. Im Darm verbliebenes Futter kann durch die massive Vermehrung von Keimen zu Vergiftungen führen. Sobald es kühler wird, verziehen sich die Geckos in ihre Höhlen und lassen sich auch nachts nur noch selten beobachten. Wenn man sie zu Gesicht bekommt, dann meistens beim Trinken, womit wir auch beim nächsten Punkt wären. Auch wenn die Tiere überwintern, muss ständig frisches Wasser im Becken vorhanden sein. Ein weiterer guter Rat: Falls sich ein Gecko weiterhin jeden Tag zeigt, obwohl die Temperaturen deutlich gefallen sind, dann stimmt was nicht. In solchen Fällen überführe ich die Tiere wieder in ein erwärmtes Becken und halte sie ganz normal und versuche sie nach ein paar Wochen wieder in den Winterschlaf zu schicken. Würde man ein solches Tier weiterhin kühl halten, würde es weiterhin zu viel Energie verbrauchen, aber da es nichts mehr frisst, würde es garantiert schnell abmagern und an Schwäche eingehen. Nun zu den Temperaturen. Leopardgeckos können sehr niedrige Temperaturen überleben. Angeblich sogar Minusgrade. Ich lasse meine Tiere bei mindestens 8 Grad überwintern. Die Durchschnittstemperatur liegt eher bei ca. 13 Grad. Normalerweise wecke ich die Tiere im März wieder auf, indem ich die Heizquellen wieder einschalte. Wenn es draussen sogar frühzeitig wärmer wird, wachen die Tiere von selbst auf. Ich lasse meine Geckos also insgesamt 4-5 Monate überwintern. ULLRICH (1997) empfiehlt die Beleuchtung ab September kontinuierlich von 12-14 Stunden täglich auf 6-8 Stunden zu reduzieren und die Temperatur auf 15 °C zu verringern. Diese Bedingungen sollten dann für 3-4 Wochen eingehalten werden. DUSCHA (2006) lässt seine Tiere nach Geschlechtern getrennt acht Wochen bei 15 °C überwintern.

Wenige Wochen nach der Winterruhe kann man die ersten Paarungen beobachten. Laut KHAN (2006) dauert die Paarungszeit in Pakistan von März bis Juli. Dabei rasselt das Männchen mit dem Schwanz, wenn es ein Weibchen gesichtet hat. Wenn der Schwanz dabei irgendeinen Gegenstand berührt, kann man es deutlich hören. Als nächstes beisst das Männchen dem Weibchen meistens in den Schwanz oder in die Flanken und arbeitet sich langsam bis zum Nacken vor und fixiert so das Weibchen. Wenn das Weibchen paarungswillig ist, hebt es dann den Schwanz, so dass das Männchen seinen Schwanz unter den des Weibchens drücken kann. In dieser Lage findet dann die Paarung statt. Jetzt ist es besonders wichtig, dass man das Weibchen mit Vitaminen und Futter versorgt. Ca. 2 Wochen nach der Paarung stellt das Weibchen meist das Fressen ein. Wenn man ein trächtiges Weibchen vorsichtig hochhebt, kann man die Eier durch den Bauch durchscheinen sehen. Spätestens jetzt sollte man Männchen und Weibchen wenn möglich separieren, hält man jedoch ein Männchen mit mehreren Weibchen, können diese mit dem Männchen verbleiben. Das Weibchen braucht jetzt auch einen geeigneten Eiablageplatz. Die besten Erfahrungen habe ich mit Plätzen gemacht, die sichtgeschützt sind, d.h., man bietet dem Tier einen Ablageplatz innerhalb einer Höhle an, so fühlt sich die Geckodame unbeobachtet und kann ihre Eier stressfrei ablegen. Mann kann auch große Tupperdosen verwenden, in deren Deckel man ein Loch als Eingang schneidet. Als Eiablagesubstrat kann man ein Erde-Sand-Gemisch, puren Spielsand oder direkt feuchtes Vermiculit verwenden. Sehr gern wird auch Moos angenommen. Man muss das Substrat ca. 5-10 cm hoch füllen und die Feuchtigkeit regelmäßig kontrollieren. Wenn man Wasser auf Spielsand gibt, wird dieser leider sehr hart. Viele Reptilien meiden zu festes Substrat. Es empfiehlt sich den Boden mit einem Löffel o.ä. aufzulockern.

Es werden maximal zwei Eier auf einmal abgelegt, wobei ein Weibchen bis zu 10 Gelege im Jahr haben kann. In freier Natur werden meist nur 2-3 Gelege produziert (KHAN 2006). Unter Terrarienbedingungen werden bis in den Herbst hinein Gelege abgesetzt. ROHDE (1991) berichtet von einem Weibchen, welches noch im November Eier ausbildete, diese jedoch erst im folgenden Jahr im März ablegte. Ich überführe die Eier immer in einen Brutkasten. Dabei muss man sehr vorsichtig sein. Mann darf Eier, die schon etwas älter sind, nicht mehr in der Lage verändern, da Reptilienembryonen nicht wie Vogelembryonen frei im Ei schwimmen und so unter dem Dottergewicht ersticken können. Um eine Lageveränderung zu vermeiden, markiert man die Oberseite der Eier mit Tusche (nicht übertreiben, ein kleiner Punkt reicht schon), so weiss man immer, wo oben ist.

Bei den Brutverhältnissen kommen wir dann auch schon zu einem sehr spannenden Thema bei der Leopardgeckozucht. Die Geschlechterverteilung bei diesen Geckos wird sehr stark von der Bruttemperatur beeinflusst. Nach HENKEL et al. erhält man bei unter 26°C sog. “kalt gezeitigte” Weibchen. Bei ca. 29°C erhält man etwa im gleichen Verhältnis Männchen und Weibchen, bei 30°C beträgt das Verhältnis Männchen zu Weibchen 30:70, bei über 31,5°C schlüpfen fast nur noch Männchen und bei über 33°C schlüpfen fast nur noch Weibchen. Wenn man Weibchen inkubieren will, sollte man die Eier eher bei unter 26°C ausbrüten. Dann kann es zwar über 90 Tage dauern bis ein Gecko schlüpft, aber man hat keine “heiss gezeitigten” Weibchen, die sich wahrscheinlich nicht fortpflanzen werden, weil sie sich den Männchen gegenüber sehr aggressiv verhalten. Ein weiterer Nachteil hoher Temperaturen ist, dass die Embryonen im Ei absterben können. ULLRICH (1997) empfiehlt, die Eier bei 26-31 °C zu bebrüten. Die Jungen schlüpfen dann nach 39-62 Tagen. Bei dem von ROHDE (l.c.) erwähnten Weibchen wurden die Eier bei 28 °C und einer nächtlichen Absenkung auf 20 °C bebrütet. Die Geckos schlüpften nach nur 14 Tagen. Offensichtlich können die Feten auch im Mutterleib sehr weit ausreifen.
Die Jungtiere sind beim Schlupf ca. 8 cm lang und sehr “stimmgewaltig”, wie jeder Züchter bestätigen kann.

Nach TREMPER soll die Temperatur auch Einfluß auf die Farbentwicklung haben. Seiner Erfahrung nach sollen bei hohen Temperaturen eher helle Tiere schlüpfen. Auf seiner Homepage sind Bilder von zwei Geschwistertieren abgebildet, die bei unterschiedlichen Temperaturen gezeitigt wurden. Weitere Statistiken ist er uns bisher aber schuldig geblieben. Ich habe bei der Zeitigung bei unterschiedlichen Temperaturen bisher keine deutlichen Farbunterschiede erkennen können.

Galerie

 

Literatur

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