Schneckenskink
Hemisphaeriodon gerrardii (GRAY, 1845)
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Ordnung
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Squamata
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Unterordnung
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Sauria
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Familie
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Scincidae
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Gattung
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Hemisphaeriodon
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Synonym: Rosazungenskink
engl: Pink-Tongued Skink
Beschreibung
Der australische Schneckenskink wurde ehemals auch unter den Namen Tiliqua gerrardii und Cyclodomorphon gerrardii geführt. Die Tiere sind Bewohner von Regenwäldern sowie feuchten Arealen in Baumlandschaften, wo sie sich unter Laub und in z.B. Baumhöhlen verstecken. Die Grundfarbe der Echsen ist grau. Auf dem Rücken ziehen sich schwarze Querbänder von einer Seite des Körpers zur anderen. Seitlich ist der Kopf gelegentlich rosa gefärbt. Der Bauch ist weißlich bis rosa gefärbt. Jungtiere sind anders gefärbt als die Adulti. Bei ihnen sind die Querbänder deutlicher ausgeprägt und sie haben eine hellgraue Grundfarbe. Im Buch von JES (1988) ist ein Jungtier abgebildet, das einen ungewöhnlich hohen Rosaanteil hat. Der Körper der Tiere ist eher schlank. Die Extremitäten sind gut entwickelt mit langen Zehen und scharfen Krallen. Auf dem verhältnismäßig dünnen Hals sitzt ein massiger Kopf. Ein besonderes Kennzeichen der Schneckenskinke sind zwei im Unterkiefer liegende vergrößerte Backenzähne, die zum Knacken von Schneckengehäusen dienen. Die Zunge ist rosa gefärbt. Hemisphaeriodon gerrardii ist kein reiner Bodenbewohner, sondern ist auch auf Büschen und Bäumen zu finden. Am Boden benutzen sie zur Fortbewegung hauptsächlich die Vorderbeine. Die Hinterbeine werden an den Körper angelegt. HERRMANN (1997) beschreibt die Skinke sowohl als tag- als auch als dämmerungsaktiv. Auch HOFMANN (2002) erwähnt, dass seine Tiere im Gegensatz zur Meinung anderer Autoren nicht rein dämmerungsaktiv sind. Fühlen sich die Echsen bedroht, richten sie sich auf und züngeln ähnlich wie Schlangen. Schneckenskinke sind sehr zutraulich und selten aggressiv.
Hemisphaeriodon gerrardii kann über 45 cm lang werden. Mehr als die Hälfte der Länge macht der Schwanz aus, der auch zum Greifen benutzt wird.
Geschlechtsunterschiede
Auch hier gibt es keine eindeutigen Geschlechtsunterschiede. Die Männchen sind normalerweise größer, haben einen massigeren Schädel und eine verdickte Schwanzwurzel. HOFMANN (l.c.) gibt an, dass sein Männchen dunkler gefärbt sei, als die Weibchen.
Verbreitung
Australische Ostküste (New South Wales und Queensland).
Haltung im Terrarium
Terrarium
JES (1988) empfiehlt eine Beckengröße von 100 x 50 x 50 cm für 4 Tiere. HERRMANN (1997) hielt 3 Jungtiere bei 95 x 30 x 40 cm.
Licht
HOFMANN (2002) verwendet eine Reptisun 5.0 UV Röhre und einen 40-W-Spot. HERRMANN (1997) beleuchtet das o.g. Terrarium mit einem 60-W-Spot, der 12-13 Std. in Betrieb ist. Eine regelmäßige UV-Bestrahlung scheint für die Gesundheit nicht allzu wichtig zu sein.
Temperatur
Tagsüber 20-28°C, nachts 18-22°C. HERRMANN (1997) erreichte mit einem 60-W-Spot tagsüber 28 °C und nachts fiel die Temperatur auf 22 °C.
Luftfeuchtigkeit
60-90%. Das Terrarium wird täglich mit warmem Wasser besprüht, da es sonst zu Häutungsschwierigkeiten kommt.
Einrichtung
HOFMANN (2002) verwendet als Bodengrund eine Schicht grobe Buchenspäne, in die sich die Tiere nachts eingraben. KARBE et al. (1991) empfehlen als Bodengrund Lauberde mit Moosplatten. HERRMANN (1997) erwähnt eine 5 cm dicke Schicht Rindenmulch, auf den Feldsteine und Rindenstücke gelegt wurden. Da die Tiere auch gerne klettern, sollte man einige Äste im Terrarium unterbringen. Korkplatten am Boden dienen als Unterschlupf. Eine Schale mit frischem Wasser darf nicht fehlen.
Fütterung
Gefüttert werden die Skinke mit Gehäuseschnecken, die man im Garten sammelt oder auch selber züchtet. HOFMANN (2002) füttert zweimal in der Woche so viele Schnecken, wie die Tiere fressen wollen (durchschnittlich 5-6 Schnecken pro Echse). Auch bei HERRMANN (1997) fressen die adulten Echsen etwa 6 Schnecken täglich. Das Gehäuse wird zerbissen und der Inhalt gefressen. Selten wird auch die Schale mitgefressen. Nacktschnecken wurden von seinen Tieren abgelehnt, während die Echsen bei HERRMANN (1997) auch diese annehmen. Daher empfiehlt er immer eine eiserne Reserve an Schnecken in der Tiefkühltruhe zu haben. Auch tote und vorher tiefgekühlte Schnecken werden angenommen, man sollte diese aber mindestens eine halbe Stunde auftauen lassen. Ein weiteres Ausweichfutter sind tote Mäusebabys, die man unter die Schnecken mischt. Außerdem kann man noch Insekten, Rinder- und Hühnerherz, Bananen und Katzenfutter anbieten. Mit Letzterem hat HOFMANN jedoch schlechte Erfahrungen gemacht, da die Skinke übel riechenden Durchfall bekamen. Wasser wird normalerweise nach dem Sprühen von der Einrichtung geleckt, ein Wassernapf sollte dennoch nicht fehlen.
Zucht
Auch Schneckenskinke brauchen eine Winterruhe, um in Paarungsstimmung zu kommen. Dazu schaltet HOFMANN (2002) ab November das Licht aus und stellt die Fütterung ein. Später werden die Tiere in Kunststoffwannen überführt und bis Februar bei 10-15°C untergebracht. Die Wannen haben einen Bodengrund aus Buchenspänen und einen Wassernapf. Die Paarung findet im Frühjahr statt und dauert etwa 5 Minuten. Die Trächtigkeit dauert 5 Monate und kurz vor der Geburt hören die Weibchen auf zu fressen.
Der Schneckenskink ist ovovivipar (eilebendgebärend). Die Jungtiere sind 6-7cm groß (HOFMANN 2002) und schwarz und hellbraun gebändert. Es können bis zu 67 Jungen in einem Wurf vorkommen. KARBE et al. (1991) sprechen von bis zu 25 Jungen. HERRMANN (1997) berichtet, dass seine Jungtiere beim Schlupf eine Körpergröße von 9-11 cm aufwiesen. Die Zunge ist anders gefärbt als bei den Adulti. Sie ist im Gegensatz zu ihnen blau. Schon die Kleinen fressen gleich Schnecken der passenden Größe. HERRMANN (1997) erwähnt, dass Futter schon am zweiten Tag angenommen wurde. HOFMANN (2002) hält seinen Nachwuchs nach Größen sortiert. Da die Jungtiere besonders schnell Häutungsschwierigkeiten bekommen, werden sie auf feuchtem Moos oder Rindenmulch gehalten. Ansonsten entspricht die Einrichtung der der adulten Echsen. Alle zwei Tage werden die Kleinen für eine halbe Stunde mit einer Osram Ultra Vitalux Birne bestrahlt. Die Geschlechtsreife wird mit ca. 22 Monaten erreicht.
Literatur
COGGER, H.G. (1992): Reptiles and amphibians of Australia. - Reed Books Pty. Ltd., Chatswood, New South Wales, 775 S.
HERRMANN, J.-M. (1997): Haltung und Nachzucht des Schneckenskinks Tiliqua gerrardii. - elaphe, Rheinbach, 5(3): 16-18.
HOFMANN, J. (2002): Australische Schneckenskinke (Cyclodomorphus gerrardii GRAY, 1845. Haltung und Vermehrung. - Natur und Tier-Verlag, Münster, REPTILIA 6(32): 35-39.
JES, H. (1988): Echsen als Terrarientiere - Anschaffung, Pflege, Ernährung, Krankheiten und Terrarientechnik. - Gräfe und Unzer, S. 64.
KARBE, B., D. KARBE & M. NIEHAUS-OSTERLOH (1991): Bunte Terrarienwelt - Die beliebtesten Amphibien und Reptilien. - Tetra-Verlag.
LONGLEY, G. (1938): Notes on a pink tongued skink (Hemisphaeriodon gerrardii). - Proceedings of the Royal Zoological Society of NSW: 19-21.
WILHOFT, C. W. (1960): Observations on adults and juveniles of Hemisphaeriodon gerrardii in captivity. - North Queensland Naturalist 28: 3-4.
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