Westafrikanischer Krallengecko
Hemitheconyx caudicinctus (DUMÉRIL, 1851)
Das Epitheton setzt sich aus den Wörtern “cauda” = Schwanz und “cinctus” = gegürtelt zusammen. Es bezieht sich auf den gewirtelten Schwanz mit den in regelmäßigen Abständen vorkommenden Ringen.
engl.: Fat-Tail Gecko
Schutzstatus
Nicht geschützt
Preiskategorie
Mittel bis hoch. Wildfarbene Tiere (meist handelt es sich auch um Wildfänge) kann man selten mal mit etwas Glück für 30-35 € erwerben, der Preis liegt aber normalerweise bei ca. 50€. Je nach Farbvariante kann der Preis bei Zuchttieren weit über 500 Dollar liegen.
Schwierigkeitsgrad
Niedrig bis mittel. Der Westafrikanische Krallengecko lässt sich ähnlich einfach halten wie der Leopardgecko. Allerdings hat er höhere Ansprüche, was z.B. die Luftfeuchtigkeit angeht.
Beschreibung
Der Westafrikanische Krallengecko wurde 1851 von DUMÉRIL als Stenodactylus caudicinctus beschrieben und 1964 von GRAY zu Psilodactylus caudicinctus umbenannt. Erst 1893 erfolgte durch STEJNEGER eine Einordnung in die Gattung Hemitheconyx. Der Westafrikanische Krallengecko ist zwar in der deutschen Terraristikszene bekannt aber dennoch nicht weit verbreitet. Er hat im äußeren Erscheinungsbild und im Verhalten eine große Ähnlichkeit mit dem bekannten Leopardgecko (Eublepharis macularius). Eine weitere Gemeinsamkeit haben diese beiden Geckoarten in der enormen Farbenvielfalt, die sich auch bei Hemitheconyx caudicinctus bisher herauszüchten ließ. Wie viele andere Terrarianer auch, hatte ich eine Zeit lang gedacht, dass der Krallengecko dem Leopardgecko den Rang ablaufen würde. Aber dazu ist es irgendwie nie gekommen. Die Tiere werden weiterhin selten mal von Händlern auf Börsen oder von wenigen Züchtern im Internet angeboten. Woran das liegt, kann ich mir nicht erklären. Vielleicht liegt es daran, dass Farbzuchten wegen ihrer Seltenheit eben immer noch extrem teuer sind. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass aufgrund falscher Haltung zu wenig Nachwuchs produziert wird oder die Tiere sogar als schwer haltbar gelten. In Amerika sind diese Echsen schon seit längerer Zeit bekannt und werden von einigen Züchtern auch im großen Stil vermehrt.
In freier Wildbahn leben die Geckos in Trockengebieten wie Savannen, lichten Trockenwäldern sowie felsigen Arealen. Wie bereits erwähnt, besteht eine große Ähnlichkeit zum Leopardgecko. Im Vergleich zu diesem hat der Westafrikanische Krallengecko jedoch eine stumpfere Schnauze und plumpere Zehen, die kleine Krallen tragen. Die Tiere wirken insgesamt etwas gedrungener als Eublepharis macularius. Auch der deutlich gewirtelte Schwanz ist plumper und stumpfer. Einmal abgeworfen, wächst er nur noch knollenförmig nach. Die beweglichen Augenlider sind weiß umrandet. Die Bauchseite schmutzigweiß gefärbt. Die Geckos tragen eine Bänderzeichnung aus abwechselnd dunkelbraunen und hellbraunen Querbändern, die meist durch einen blassen weißen Strich von einander getrennt sind. Die Kopfoberseite ist dunkelbraun gefärbt. Die Oberseite des Körpers ist übersät mit Tuberkelschuppen, die auf den hellen Querbändern dunkelbraun gefärbt sind. Nicht selten besteht ein weißer Streifen, der sich von der Kopfoberseite bis zum Schwanzansatz als durchgehender Strich erstreckt. Auf dem Schwanzrücken setzt sich dieser Strich meist nur noch mit unregelmäßigen Unterbrechungen fort. Auch in freier Wildbahn gibt es Tiere, bei denen die hellen Querbänder fast schon orange gefärbt sind. Ähnlich wie beim Leopardgecko existiert eine Vielzahl an Farbvarianten, bei denen bestimmte Merkmale gezielt herausgezüchtet wurden. Zu den schönsten dürften sicherlich die Tangerines und die Leuzisten zählen. Hemitheconyx caudicinctus bewegt sich sehr bedächtig und gewöhnt sich schnell an den Pfleger. Die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv. Große Männchen können durchaus eine Gesamtlänge von über 220 mm erreichen. Die maximale KRL beträgt etwa 150 mm.
Geschlechtsunterschiede
Die Männchen sind deutlich massiger gebaut. Insbesondere der Schädel ist viel größer als bei den Weibchen. Außerdem besitzen die Männchen etwa 10-13 gut sichtbare Präanalporen und Hemipenistaschen.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet liegt im westlichen bis Zentralafrika. Es erstreckt sich von Senegal über Togo, Mali, Nigeria, Niger, Ghana, Elfenbeinküste, Gambia, Benin, Burkina Faso bis nach Kamerun. Die Typuslokalität liegt in Senegal.
Haltung im Terrarium
Terrarium
Da es sich um Tiere handelt, die sich vorwiegend auf dem Boden aufhalten, sollten Terrarien mit einer größeren Bodenfläche verwendet werden. Es dürfen niemals mehrere Männchen in einem Terrarium gehalten werden. Für ein Männchen und 2 Weibchen mindestens 80 x 40 x 40 cm.
Licht
An das Licht haben die dämmerungs- und nachtaktiven Geckos keine besonderen Ansprüche. Dennoch sollte eine Lichtquelle installiert werden, damit ein Tag- und Nachtrhythmus simuliert werden kann.
Temperatur
Es sollten unterschiedliche Klimazonen geschaffen werden. An einer Stelle sollte der Boden mit einem Heizkabel und Strahler auf 30-35 °C erwärmt werden. Die Lufttemperatur sollte im Sommer bei 32 °C liegen mit einer Absenkung auf 20 °C in der Nacht.
Luftfeuchtigkeit
Das Klima im Verbreitungsgebiet dieser Geckos ist äußerst wechselhaft. Lange Trockenzeiten wechseln sich mit wochenlangen Regenfällen ab. Insgesamt sollten die Geckos jedoch nicht durchgehend und nicht zu trocken gehalten werden. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 60-80% liegen. Ein abendliches Sprühen mit lauwarmem Wasser ist empfehlenswert. Zur Simulation einer Regenzeit sollte sogar mehrmals täglich gesprüht werden.
Einrichtung
Es sollten mehrere Versteckmöglichkeiten für die tagsüber sehr verborgen lebenden Tiere angeboten werden. Hierzu eignen sich z.B. halbierte und ganze Korkröhren, umgedrehte Blumentöpfe mit Eingang etc. Unter einigen Höhlen sollte der Bodengrund angefeuchtet werden. Außerdem sollte mindestens eine Höhle mit z.B. feuchtem Torf als Eiablageplatz angeboten werden. Als Bodengrund empfiehlt sich z.B. eine Mischung aus Blumenerde und Sand oder Flusssand mit lehmiger Erde.
Fütterung
Als Futter eignen sich vor allem Grillen und Heimchen. Große Geckos fressen auch ohne Probleme Heuschrecken und Schaben. Als weiteres kann man natürlich auch Zophobas, Wachsmaden, Mehlwürmer und weitere Insekten anbieten. Adulte Tiere werden einmal in der Woche gefüttert. Jungtieren bietet man am besten dreimal in der Woche soviel an, wie sie fressen können. Das Futter sollte unbedingt einmal in der Woche mit Mineralstoffen und Vitaminen (z.B. Korvimin) angereichert werden. Außerdem sollte man eine Schale mit zerriebener Sepiaschale oder Taubengrit ins Terrarium stellen. Eine Wasserschale mit frischem Wasser sollte nicht fehlen.
Zucht
Da der Westafrikanische Krallengecko in Gebieten mit eindeutigen jahreszeitlichen Klimaschwankungen lebt, sollte dies, wenn man erfolgreich züchten will, auch in Gefangenschaft berücksichtigt werden. In freier Wildbahn kommt es vermutlich von Oktober bis November zu Paarungen. Die Eiablage findet von Januar bis Februar statt, und die Jungtiere schlüpfen im April. Die weichschaligen Eier müssen vermutlich feuchter gezeitigt werden als bei anderen Arten. Die etwa 70 mm großen Jungtiere weisen ebenfalls eine Querbänderung auf, die jedoch heller ist als bei den Adulti. Die hellen Querbinden sind grünlich-gelb und auf dem Schwanz befinden sich 1-2 schneeweiße Bänder. Nach einem Jahr erreichen die Tiere die Geschlechtsreife.
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