Goldstaubtaggecko
Phelsuma laticauda
Das Epitheton setzt sich aus den lateinischen Wörtern latus = breit und cauda = Schwanz zusammen. Es bezieht sich auf den breiten Schwanz der Tiere. Die Unterartbezeichnung “angularis” kommt ebenfalls aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie “mit einem Winkel versehen”. Der Name bezieht sich auf die winkelförmige Zeichnung auf dem Rücken.
Schutzstatus
Anhang B der EGVO-Nr. 338/97. Da der Goldstaubtaggecko mittlerweile jedoch in Deutschland häufig nachgezüchtet wird, ist seit Januar 2005 die Meldepflicht entfallen. Dennoch braucht man gültige Papiere, mit Hilfe derer man im Zweifelsfall nachweisen kann, dass es sich tatsächlich um in Deutschland gezüchtete Tiere handelt.
Preiskategorie
Mittlere Preiskategorie. Im Internet sind Jungtiere schon ab 25 Euro zu haben. Leider kann man dann noch nicht genau erkennen, wie sich die Farben entwickeln. Adulte Tiere kosten ca. 60 Euro.
Schwierigkeitsgrad
Mittel. Hohe Ansprüche an Lichtqualität. Bei zu wenig Fingerspitzengefühl verfetten die Tiere.
Beschreibung
Der Goldstaubtaggecko gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Taggeckos. Man kann ihn recht häufig in Zoogeschäften und von Züchtern erwerben. Wie alle Phelsumen ist auch der Goldstaubtaggecko geschützt, weshalb man immer darauf achten sollte, dass man angemeldete Tiere mit allen nötigen Papieren erwirbt.
Goldstaubtaggeckos können eine Länge von 12 cm erreichen, wobei der Schwanz etwa so viel misst wie die Kopf-Rumpflänge. Auch hier bleiben die Weibchen generell kleiner als die Männchen. Phelsuma laticauda ist ein sehr bunter Gecko. Die Grundfarbe ist ein sattes Grün. Die meisten Schuppen am Schwanz sind gelb. Weiterhin sind einzelne Schuppen am Kopf, Hals und vorderem Oberkörper gelb. Es sieht so aus, als wäre der Gecko mit Gold bestäubt worden, daher der deutsche Name. Auf dem Kopf findet man zwei rote Streifen. Auf dem Rücken der Tiere kann man drei große rote Flecken sehen, denen sich zum Schwanz hin weitere kleinere rote Flecken anschließen. Um die Augen herum sind die Geckos blau gefärbt. Die Unterart P. l. angularis ist am Schwanz bis zu Körpermitte hin blau gefärbt. Die rote Zeichnug auf dem Rücken ist bei dieser Unterart winkelförmig. Wildfänge sind häufig intensiver gefärbt als Nachzuchten. Die Zehen sind mit Haftlamellen versehen, was den Tieren ermöglicht, an glatten Wänden mühelos entlangzuklettern. Der “Daumen” an allen Füßen ist, wie es für Taggeckos typisch ist, unterentwickelt.
Goldstaubtaggeckos sind sehr scheu, deshalb sollte man sich ihnen nur behutsam nähern, wenn man sie nicht gleich verscheuchen will.
Geschlechtsunterschiede
Bei den Männchen findet man an der Unterseite der Oberschenkel deutlich sichtbare
Präanofemoralporen. An diesen Poren kan man manchmal wachsartige Absonderungen erkennen. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Körpergröße. Meistens sind die Männchen deutlich größer. Bei den Weibchen kann man wiederum Schwellungen am Hals erkennen. Das sind die Kalkspeicher des
endolymphatischen Systems.
Unterarten
- Phelsuma laticauda laticauda BOETTGER, 1880
- Phelsuma laticauda angularis MERTENS, 1964
Verbreitung
NW Madagaskar, Nosy Bé und die Komoreninseln Anjouan und Mayotte.
Haltung im Terrarium
Terrarium
Meiner Erfahrung nach brauchen Goldstaubtaggeckos kein allzu geräumiges Terrarium. SEUFER (1985) empfiehlt für ein Pärchen eine Terrariengröße von 40 x 20 x 30 cm (L x B x H). JES (1988) empfiehlt 30 x 30 x 40 cm. Ich halte mein Pärchen seit einiger Zeit sehr erfolgreich in einem Terrarium mit einer Größe von 35 x 30 x 45 cm. Oben auf dem Dach des Terrariums ist eine mittig angelegte Entlüftung. Vorne am Terrarium ist auch eine Lüftung angelegt. Obwohl von vielen Haltern eine Haltung mit einer möglichst großen Frischluftzufuhr propagiert wird, habe ich bei meinen Tieren bisher keine negativen Folgen erkennen können.
Licht
Wenn man seine Taggeckos in voller Farbenpracht sehen will, sollte man das Terrarium am besten so hell wie möglich gestalten. Auch eine UV-Bestrahlung wird bei Taggeckos empfohlen. Meine Tiere erstrahlen normalerweise immer in vollem Glanz und sind topfit, obwohl ich keine UV- Lampen im eigentlichen Sinne verwende. Ich habe mir eine handelsübliche 20 Watt Halogenbirne genommen und habe bei dieser das UV- Schutzglas entfernt. Dazu muss man das Glas vorsichtig kaputtschlagen und die Splitter sorgfältig entfernen. Diese Birne dient jetzt als Wärme- und UV-Quelle. Außerhalb des Terrariums ist noch eine ehemalige UV- Leuchtstoffröhre angebracht. Da diese aber schon sehr alt ist und zwischen den Tieren und der Röhre Glas ist, kann man den UV-Effekt der Röhre vernachlässigen. Ich benutze sie nur, weil sie ein sehr natürliches Licht abgibt. Im Sommer bleibt das Licht 14 Std. und im Winter 10 Std. am Tag an.
Temperatur
JES (l.c.) empfiehlt eine Temperatur von 26-30 °C tagsüber und von 18-23 °C nachts. SEUFER (l.c.) empfiehlt 24-28°C tagsüber und 18-20 °C nachts, wobei auch Temperaturen von 15 °C vertragen werden. In meinem Terrarium herrscht im Sommer eine Temperatur von ca. 30 °C. Unter dem Halogenspot befindet sich in ca. 10 cm Abstand ein Bambusrohr, auf dem sich die Tiere in den Wintermonaten, wenn es kühler ist, gerne sonnen. Dort herrscht eine Temperatur von ca. 38-40 °C, das ist auch nötig, da die Tiere eine Körpervorzugstemperatur von 35-37°C haben
Luftfeuchtigkeit
JES (l.c.) empfiehlt eine Luftfeuchtigkeit von 50-70%. Im Herkunftsgebiet ist es nur mäßig feucht bei einer Niederschlagsmenge von ca.900-1500 mm im Jahr.
Einrichtung
Die Einrichtung sollte wie bei Taggeckos üblich aus glatten Gegenständen wie z.B. Bambusrohren und aus Pflanzen mit glatten Blättern bestehen, die so groß sind, dass die Tiere sich hinter ihnen verstecken können. Ich verwende die vielseites empfohlenen Sansevierien. In den Trichtern dieser Pflanzen legen meine Tiere gerne ihre Eier ab. SEUFER (l.c.) empfiehlt auch Bromelien, in denen die Tiere auch gerne Eier ablegen sollen. Der Vorteil der Sansevierien ist, dass sie leichter zu pflegen sind. Der Nachteil ist, dass sie irgendwann zu groß werden und ausgewechselt werden müssen. Der Bodengrund besteht aus einer Kokoshumus-Sandmischung, die ich aus optischen Gründen und aus Gründen der Feuchtigkeitszurückhaltung mit Kokosstückchen abgedeckt habe.
Fütterung
Goldstaubtaggeckos sind gierige Fresser. Man sollte immer darauf achten, dass sie nicht verfetten, da sie dadurch erst einmal krank werden und außerdem sollen sie sich dann nicht mehr so gut vermehren. Wenn die Weibchen an den “Wangen” dicker werden, muss das nicht heißen, dass sie fett sind. Wie schon oben erwähnt können das auch die Kalkspeicher sein. Ich füttere meine Tiere etwa einmal in der Woche mit Grillen, Wachsmaden oder Mehlwürmern. Auch kleine Heuschrecken werden angenommen. Die Grillen werden immer mit einer Mischung von Nekton MSA und pulverisierter Sepiaschale im Verhältnis von 1:2 bestäubt. Dann biete ich den Geckos regelmäßig etwas Süßes an. In Frage kommen da z.B. Honig, Früchtebrei für Babies, Weintrauben, Bananenbrei, Marmelade und Fruchtjoghurt. Andere Obstsorten können natürlich auch ausprobiert werden. All diese Nahrung enthält viel Zucker, und deshalb sollte man sie nicht zu häufig verfüttern. Überflüssiger Zucker wird im Organismus zu Fett umgewandelt. Meiner Meinung nach reicht es, wenn man einmal in zwei Wochen etwas davon verfüttert. Wenn ich andere Erfahrungen machen sollte, werde ich sie hier veröffentlichen. TRAUTMANN (1998) gibt seinen Taggeckos alle zwei Wochen einen Flaschenverschluß voll Babynahrung gemischt mit einer Messerspitze Calciumlactat und einer zerdrückten Tablette Vigantolette 500. Phelsuma laticauda kann wohl Hungerperioden von bis zu 6 Wochen problemlos überstehen (HALLMANN 1999).
Wasser wird normalerweise in tropfenform von den Blättern geleckt. Es reicht, wenn man 1-2 mal am Tag das Becken mit Wasser besprüht.
Zucht
Phelsuma laticauda legt normalerweise bis zu sechs mal im Jahr Doppeleier, die nicht geklebt, sondern einfach abgelegt werden. Nach zwei bis vier Gelegen legen sie eine Pause ein. SEUFER (l.c.) empfiehlt in dieser Legepause die Futterrationen zu verringern und die Temperatur auf ca. 20 °C herabzusetzen. Die Eier sollte man besser nicht im Terrarium zeitigen, da die Jungtiere nicht sicher wären vor den Eltern. Vor dem Entfernen der Eier markiert man die Oberseite der Eier wie gehabt mit ungiftiger Farbe.
Die Inkubationstemperatur richtet sich danach, ob man eher Männchen oder Weibchen haben will, da man das Geschlecht der Tiere durch die Temperatur bestimmen kann. Unter 25 °C schlüpfen hauptsächlich Weibchen, bei ca. 31 °C schlüpfen hauptsächlich Männchen. Auch hier sollte man bedenken, dass Tiere, die bei niedrigeren Temperaturen bebrütet wurden, vitaler und kräftiger sind, deshalb sollte man nicht auf Biegen und Brechen versuchen Männchen zu bekommen. Ich inkubiere meine Geckos in Vermiculit (35g Vermiculit vermischt mit 75g Wasser). Als Brutbehälter benutze ich die Klarschichtdosen, in denen normalerweise Futtertiere angeboten werden. Die Eier werden nicht im Vermiculit “verbuddelt”, sondern ragen zur Hälfte aus dem Substrat heraus. Alle 2 Wochen wird das Gewicht der Dose kontrolliert und verdunstetet Wasser wieder aufgefüllt. So hatte ich bisher eine Schlupfrate von 100%. Bei 26 °C schlüpfen die Geckos nach ca. 59 Tagen und bei 27 °C nach durchschnittlich 54 Tagen.
Literatur
Draco Nr. 1: Taggeckos. -Natur- und Tierverlag, Münster.
JES, H. (1988): Echsen als Terrarientiere. - GU-Verlag.
KOBER, I. (2004): Der große Madagaskar-Taggecko. - Natur- und Tier-Verlag, Münster.
SCHNEIDER, H. (2002): Allgemeines zur Haltung von Taggeckos der Gattung Phelsuma. - Natur und Tier-Verlag, Münster, REPTILIA 7(35): S. 64-68.
SEUFER, H. (1985): Geckos. - Albrecht Philler Verlag.
HALLMANN, G. J. KRÜGER & G. TRAUTMANN (1997): Faszinierende Taggeckos - Die Gattung Phelsuma. - Natur und Tier - Verlag, Münster.
HALLMANN, G. (1999): Rubrik “Rat und Tat” der REPTILIA NR. 15, 4(1): 87, Natur und Tier-Verlag, Münster.
TRAUTMANN, G. (1998): Rubrik “Rat und Tat” der REPTILIA Nr. 10, 3(2): 77, Natur und Tier-Verlag, Münster.
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