Buntpython
Python curtus (SCHLEGEL, 1872)
Synonyme: Blutpython, Kurzschwanzpython
Beschreibung
Buntpythons gehören zu den farbenfroheren Riesenschlangen. In der Natur werden sie in der Nähe von Gewässern in Sumpflandschaften aber auch auf Plantagen gefunden, auf denen sie tagsüber in tiefen Erdlöchern oder unter moderndem Holz leben. Der Körper der Schlangen ist sehr stämmig und geht in einen verhältnismäßig dünnen Hals über, so dass der Kopf gut vom Körper abgesetzt ist. Die Färbung ist sehr variabel und reicht von schwarzen und braunen Tönen bis zu rot. Das Muster ist vertebral eher streifenförmig. An den Körperseiten befindet sich ein netzartiges Muster. Die Schlangen werden selten über 200 cm lang. TAYLOR (1965) beschreibt ein Tier mit 225 cm Gesamtlänge aus Thailand. Diese Pythons haben ein sehr wechselhaftes Gemüt und sind leicht reizbar.
Früher galten Python breitensteinii und Python brongersmai als Unterarten von Python curtus. Die Unterscheidung der Arten ist äußerst schwierig und ist nur durch Zählung der Schuppen eindeutig durchführbar. Die Unterscheidung anhand der Färbung ist eine sehr unsichere Methode. Die Haltungsbedingungen der unterschiedlichen Arten sind jedoch sehr ähnlich.
Geschlechtsunterschiede
Eine relativ sichere Methode zur Geschlechtsbestimmung ist die Sondierung der Kloake. Bei Männchen lässt sich die Sonde auf einer Länge von 9 und bei Weibchen auf einer Länge von 3-4 Subkaudalschuppen einführen.
Verbreitung
Provinz Pattani in Südost-Thailand, Malaysia, Banka, Sumatra, Borneo und wahrscheinlich auch Vietnam, Kambodscha und Burma.
Haltung im Terrarium
Terrarium
Da der Buntpython nicht allzu groß wird, muß auch das Terrarium keine astronomischen Ausmaße haben. KIRSCHNER (2001) gibt eine Terrariengröße von 170 x 70 x 70 cm für bis zu drei Schlangen an. Außerhalb der Paarungszeit werden die Tiere nach Geschlechtern getrennt gehalten.
Licht
Eine einfache Leuchtstoffröhre, die 10-12 Stunden eingeschaltet ist, genügt. Bei ausreichend großen Terrarien kann noch ein Spot installiert werden.
Temperatur
28-32 °C am Boden mit nächtlicher Absenkung um 2-5 Grad. HERRMANN (1997) verwendet zur Temperatureinstellung ein Heizkabel, das unter einem Drittel des Terrariums verlegt wird. Hierbei ist darauf zu achten, dass warme und kühlere Zonen geschaffen werden, unter denen die Schlangen selber auswählen können.
Luftfeuchtigkeit
70-80%. Jeweils abends das Terrarium mit lauwarmem Wasser besprühen.
Einrichtung
Da die Tiere wie anfangs erwähnt in Erdlöchern leben und somit gerne den Boden durchwühlen, sollte dieser möglichst locker beschaffen sein. KIRSCHNER (2001) empfiehlt einen Bodengrund aus Pinienrinde oder Rindenmulch, der regelmäßig aufgelockert wird. Auch HERRMANN (1997) verwendet eine 5 cm dicke Schicht Rindenmulch. Wie für viele Riesenschlangen empfohlen, sollte auch ein Wasserbecken nicht fehlen, das man entweder über eine Aquarienheizung oder über ein Heizkabel leicht erwärmt. Ein der Größe der Tiere entsprechendes Rindenstück dient als Versteck. Auf Klettermöglichkeiten kann verzichtet werden.
Fütterung
Je nach Größe werden Mäuse oder Ratten verfüttert. KIRSCHNER (2001) empfiehlt eine große Ratte in der Woche für ein adultes Tier. Bei Futterverweigerern wurde in der Nacht lebendes Geflügel angeboten (Wachteln), welches von den meisten Tieren angenommen wurde. HERRMANN (1997) bietet alle 3-4 Wochen ein ausgewachsenes Meerschweinchen, ein halbwüchsiges Zwergkanninchen oder mehrere Wüstenrennmäuse an. Jungschlangen werden mit Mäusen gefüttert.
Zucht
KIRSCHNER (2001) erwähnt eine mehrwöchige Ruhepause von Oktober bis Dezember mit Tagestemperaturen von 24-28 °C und Nachttemperaturen von 22-24 °C. Die Luftfeuchtigkeit wird auf 60-80% gesenkt. Auch eine Trennung der Tiere scheint für die spätere Paarung hilfreich zu sein. Nach der Winterruhe werden die Schlangen zusammengesetzt und Temperatur und Luftfeuchte wieder erhöht. Wird keine Paaruung beobachtet, kann zur Stimulation ein weiteres Männchen hinzugesetzt werden. Hochträchtige Weibchen verweigern die Nahrungsaufnahme, und zwischen Mai und Juni werden die Eier abgelegt. Dem Weibchen sollte rechtzeitig ein Untergrund angeboten werden, den es nicht vollständig zur Seite drücken kann, z.B. Schaumgummimatten (KIRSCHNER 1997). Die Zeitigung der Eier findet im Inkubator bei 29-31 °C statt. Nach 62 bis 73 Tagen schlüpfen die Jungtiere. Wenn man will, kann man das Ausbrüten der Eier auch dem Muttertier überlassen, dann ist jedoch dringend auf eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit zu achten. HERRMANN (1997) beobachtete, dass das Weibchen bei einer Luftfeuchtigkeit um oder unter 70% den Vorderkörper mit Wasser benetzte und das Substrat um das Gelege befeuchtete. Unter Terrarienbedingungen bei schwankenden Temperaturen zwischen 29-31 °C schlüpften die etwa 28 cm langen Jungtiere nach 60 Tagen. Erste Nahrung wurde schon nach 10 Tagen aufgenommen.
Die Pythons können nach 5 Jahren eine Körperlänge von 150 cm erreichen.
Literatur
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