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Varanus

MERREM, 1820

Warane

Klasse

Reptilia

Ordnung

Squamata

Unterordnung

Sauria

Familie

Varanidae

Gattung

Varanus

Die Gattung wird in weitere Untergattungen aufgeteilt wie z.B. Euprepiosaurus, Varanus und Odatria.

engl.: Monitors

Warane gehören zu den urtümlichsten Echsen. Sie kommen in verschiedenen Biotopen vor. Sowohl Wüsten als auch Regenwälder wurden von dieser Gattung erobert. Zählt man die Türkei zu Europa, kommt diese Gattung in Europa, Asien, Afrika und Australien vor, wobei Australien mit über der Hälfte der lebenden Arten besonders gesegnet ist. Die meisten bei uns erhältlichen Tiere kommen aus deutschen oder zumindestens europäischen Nachzuchten, da der Export aus Australien, den Philippinen und Sri Lanka z.B. verboten ist. Der Export aus Indonesien ist sehr eingeschränkt worden. Für den Menschen sind Warane seit je her von großer Bedeutung. In vielen Gebieten (Australien und Ostasien) dienen sie als Fleisch- und Lederlieferanten (GAULKE 1997). Dies führte zwangsläufig dazu, dass viele Arten in ihrer Existenz bedroht sind. Alle Warane sind nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen besonders geschützt. Einige sind sogar im Anhang I aufgelistet, was den kommerziellen Handel völlig verbietet.
Es besteht ein nahes verwandtschaftliches Verhältnis zu den Schlangen. Für den normalen Betrachter ist dies schon an der langen und gespaltenen, schlangenähnlichen Zunge erkennbar. Ein weiteres Merkmal ist das verknöcherte Neurocranium. Auch die Kommentkämpfe während der Paarungszeit erinnern sehr an Schlangen. Bei diesen Kämpfen richten sich die Männchen auf, wobei sie sich mir den Vorderbeinen am Gegner abstützten. Es handelt sich eher um einen ritualisierten Ablauf, selten wird eine Echse ernsthaft verletzt. Zu den nahe verwandten Echsen gehören die Familien der Lanthanotidae (Taubwarane) und die der Helodermatidae (Krustenechsen). Zusammen werden sie zur Gruppe der Platynota gezählt.
Der wohl bekannteste Vertreter der Gattung Varanus ist der Komodowaran, der eine Länge von über 300 cm bei einem Gewicht von 150 kg erreichen kann. Warane haben einen charakteristischen Körperbau. Die Extremitäten sind extrem kräftig gebaut und der Hals ist lang. Der Schwanz ist ebenfalss stark ausgebildet und dient der Echse als “Peitsche” oder bei baumbewohnenden Arten als Greifschwanz. Die Zehen sind lang und mit kräftigen Krallen besetzt. Der Kopf ist meist länglich und besitzt deutlich sichtbare Ohröffnungen.
Es handelt sich bei dieser Gattung fast ausschließlich um Fleischfresser. Die Tiere fressen je nach Größe Insekten, Vögel, andere Reptilien und Eier von Vögeln und Reptilien, Säuger von der Größe einer Maus bis zu Ziegen oder sogar Wasserbüffeln (Komodowaran). Auch Aas wird gefressen. EIDENMÜLLER (1997) empfiehlt, das Futter regelmäßig mit Vitaminen und Mineralstoffen anzureichern. Flüssige Vitamine (z.B. Tricrescovit und Multimulsin) können direkt in das Futter injiziert werden (bei jeder 2. bis 3. Fütterung 0,5-1ml).
 

Die Unterscheidung der Geschlechter ist nicht immer einfach. Männchen haben meist einen massigeren Kopf und sichtbare Hemipenistaschen. Selten ist eine radiologische Geschlechtsbestimmung möglich, da bei manchen Arten kalkhaltige Gebilde in den Hemipenistaschen vorhanden sind, die man nachweisen kann. Eine weitere Möglichkeit ist die Sondierung, die jedoch auch recht unsicher sein kann, da auch Weibchen eine hemipenisähnliche Struktur (Hemiclitoris) besitzen (BÖHME 1995, ZIEGLER & BÖHME 1996). Am sichersten ist die Bestimmung durch eine Endoskopie. Vier bis acht Wochen nach der Paarung werden die Eier sehr gern in Termitenbauten oder Laubhaufen abgelegt.

Für die Haltung im Terrarium gibt EIDENMÜLLER (1997) einige Tipps: Die Terrarien müssen natürlich den Bedürfnissen der verschiedenen Arten entsprechen. Baumbewohner brauchen starke Kletteräste, für Tiere aus Trockengebieten empfiehlt sich Sand als Bodengrund. Bei tropischen Arten verwendet man besser Rindenmulch, der die Feuchtigkeit besser speichert. Bei Baum- und Felsenbewohnern vergößern Rückwände die Aktionsfläche. Lebende Pflanzen eignen sich weniger für Warane, da sie immer wieder zerstört werden. Besser sind Kunstpflanzen. Für die Beleuchtung empfiehlt EIDENMÜLLER Quecksilberdampflampen (HQL). Kleinere Lampen mit 50 W eignen sich für Terrarien mit einer Größe von bis zu 100x50x70 cm (LxBxH). Für größere Terrarien bieten sich HQI-Lampen an. Bei beiden Lampenarten kan man das abgegebene UV-Licht für die Echsen nutzen. Zusätzlich bietet man den Waranen einen Spotstrahler (EIDENMÜLLER nennt hier Osram Concentra), unter dem sich die Tiere aufwärmen können. Der Strahler sollte gezielt über einer Steinplatte angebracht werden, damit sich diese auch aufwärmt. Generell versucht man die Heizmöglichkeiten am besten so anzubringen, dass ein Tempereaturgefälle entsteht und sich die Warane warme und kühle Zonen selbst aussuchen können.
Viele Arten halten auch im Terrarium eine Sommerruhe, bei der man die Tiere nicht stören sollte. Eine kurzzeitige Trennung der Pärchen kann sich positiv auf die Paarungsaktivitäten auswirken. Man bietet den Weibchen eine lichtundurchlässige Eiablagekiste in passender Größe, da sie auch in der Natur fast nie ihre Eier unter freiem Himmel ablegen. Als Substrat eignet sich feuchter Sand oder Rindenmulch. Ein Stück Korkrinde auf dem Substrat in der Eiablagekiste bietet den Echsen zusätzliche Sicherheit. Die Eier werden in einen Inkubator überführt und auf Vermiculite oder Perlite ausgebrütet. EIDENMÜLLER empfiehlt ein Mischungsverhältnis von einem Teil Substrat und zwei Teilen Wasser. Die Temperatur wird zwischen 26,5 und 29,5 °C und die Luftfeuchtigkeit zwischen 80 und 90% eingestellt. In den erten 2-10 Tagen nach dem Schlupf leben die Jungtiere von ihrem Dottervorrat, danach werden sie mit Futter in passender Größe versorgt. Je nach Art wird die Geschlechtsreife in 18-24 Monaten erreicht.

Arten

A
Varanus acanthurus (BOULENGER, 1885)
Varanus albigularis (DAUDIN, 1802)
Varanus auffenbergi SPRACKLAND, 1999

B
Varanus baritji KING & HORNER, 1987
Varanus beccarii (DORIA, 1874)
Varanus bengalensis (DAUDIN, 1758)
Varanus bitatawa WELTON, SILER, BENNETT, DIESMOS, RUYA, DUGAY, RICO, VAN WEERD & BROWN, 2010
Varanus boehmei JACOBS, 2003
Varanus bogerti MERTENS, 1950
Varanus brevicauda BOULENGER, 1898
Varanus bushi APLIN, FITCH & KING, 2006

C
Varanus caerulivirens ZIEGLER, BÖHME & PHILIPP, 1999
Varanus caudolineatus BOULENGER, 1885
Varanus cerambonensis PHILIPP, BÖHME & ZIEGLER, 1999
Varanus cumingi MARTIN, 1839

D
Varanus doreanus (MEYER, 1874)
Varanus dumerilii (SCHLEGEL, 1839)

E
Varanus eremius LUCAS & FROST, 1895
Varanus exanthematicus (BOSC, 1792)

F
Varanus finschi BÖHME, HORN & ZIEGLER, 1994
Varanus flavescens (HARDWICKE & GRAY, 1827)

G
Varanus giganteus (GRAY, 1845)
Varanus gilleni LUCAS & FROST, 1895
Varanus glauerti MERTENS, 1957
Varanus glebopalma MITCHELL, 1955
Varanus gouldii (GRAY, 1838)
Varanus griseus (DAUDIN, 1803)

I
Varanus indicus (DAUDIN, 1802)

J
Varanus jobiensis AHL, 1932
Varanus juxtindicus BÖHME, PHILIPP & ZIEGLER, 2002

K
Varanus keithhornei WELLS & WELLINGTON, 1985
Varanus kingorum STORR, 1980
Varanus komodoensis OUWENS, 1912
Varanus kordensis (MEYER, 1874)

L
Varanus lirungensis KOCH, ARIDA, SCHMITZ, BÖHME & ZIEGLER, 2009

M
Varanus mabitang GAULKE & CURIO, 2001
Varanus macraei BÖHME & JACOBS, 2001
Varanus marmoratus (WIEGMANN, 1834)
Varanus melinus BÖHME & ZIEGLER, 1997
Varanus mertensi GLAUERT, 1951
Varanus mitchelli MERTENS, 1958

N
Varanus nebulosus (GRAY, 1831)
Varanus niloticus (LINNAEUS, 1758)
Varanus nuchalis (GÜNTHER, 1872)

O
Varanus obor WEIJOLA & SWEET, 2010
Varanus olivaceus HALLOWELL, 1857
Varanus ornatus (DAUDIN, 1803)

P
Varanus palawanensis KOCH, GAULKE & BÖHME, 2010
Varanus panoptes STORR, 1980
Varanus pilbarensis STORR, 1980
Varanus prasinus (SCHLEGEL, 1839)
Varanus primordius MERTENS, 1942

R
Varanus rainerguentheri ZIEGLER, BÖHME & SCHMITZ, 2007
Varanus rasmusseni KOCH, GAULKE & BÖHME, 2010
Varanus reisingeri EIDENMÜLLER & WICKER, 2005
Varanus rosenbergi MERTENS, 1957
Varanus rudicollis (GRAY, 1845)

S
Varanus salvadorii (PETERS & DORIA, 1878)
Varanus salvator (LAURENTI, 1768)
Varanus scalaris MERTENS, 1941
Varanus semiremex PETERS, 1869
Varanus similis MERTENS, 1958
Varanus spenceri LUCAS & FROST, 1903
Varanus spinulosus MERTENS, 1941
Varanus storri MERTENS, 1966

T
Varanus telenesetes SPRACKLAND, 1991
Varanus timorensis GRAY, 1831
Varanus togianus (PETERS, 1872)
Varanus tristis (SCHLEGEL, 1839)

V
Varanus varius (WHITE, 1790)

Y
Varanus yemenensis BÖHME, JOGER & SCHÄTTI, 1989
Varanus yuwonoi HARVEY & BARKER, 1998

Z
Varanus zugorum BÖHME & ZIEGLER, 2005

 

Literatur

ADAMS, D. & M. CARWARDINE (1991): Die letzten ihrer Art. - Hoffmann und Campe, Hamburg.

BENNET, D. (1996): Warane der Welt. Welt der Warane. - Edition Chimaira, Frankfurt/M.

BÖHME, W. (1995): Hemiclitoris discovered: a fully differenciated erectile structure in female monitor lizards (Varanus ssp.). - J. Zool. Syst. Evol. Res. 33: 129-132.

DE ÁVALOS, J. & P. MARTÍNEZ CARRIÓN (1997): Warane. - Natur und Tier-Verlag, Münster, REPTILIA Nr. 5: 16-21.

EIDENMÜLLER, B. (1992): Einige Bemerkungen über die Zeitigungsparameter von Warangelegen. - Monitor, Frankfurt/M. 1(1): 14-20.

EIDENMÜLLER, B. (1997): Haltung und Zucht von Waranen. - Natur und Tier-Verlag, Münster, REPTILIA 5: 22-25.

GAULKE, M. (1997): Warane - Nutzung durch den Menschen. - Natur und Tier-Verlag, Münster, REPTILIA 5: 28-32.

HORN, H.-G. & G.J. VISSER (1989): Review of reproduction of Monitor Lizards Varanus ssp. in captivity. - Int. Zoo. Yb. 28: 140-150.

HUDSON, R., A. ALBERTS, S. ELLIS & O. BYERS (1994): Conservation assessment and management plan for iguanidae and varanidae. - Apple Valley, Minnesota (IUCN/SSC Conservation Breeding Specialist Group), 158 S.

KING, D. & B. GREEN (1994): Goanna - The biology of Varanid Lizards. - Aust. Nat. Hist. Series, NSW Univ. Press, 102 S.

LUXMOORE, R. & B. GROOMBRIDGE (1990): Asian monitor lizards - A review of distribution, status, exploitation and trade for four selected species. - Cambridge (World Conservation Monitoring Centre), 195 S.

ZIEGLER, T. & W. BÖHME (1996): Zur Hemiklitoris der squamaten Reptilien: Auswirkungen auf einige Methoden der Geschlechtsuntersuchungen. - Herpetofauna, Weinstadt 18(101): 11-19.

 

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